Ich hatte schon unzählige Diskussionen mit Rauchern, die ich nach ihren Gründen für ihr ungesundes und abhängiges Leben gefragt habe. Es ging während der Gespräche meist um die vielen angeblichen Vorteile, die man durch das Leben mit der Zigarette hat.

Diesem Wahnsinn möchte ich etwas entgegensetzen und zwar die Vorteile eines rauchfreien Lebens: Du, deine Kleidung und deine Wohnung stinken nicht mehr. Du kannst mühelos Treppen steigen. Dein Herzinfarktrisiko sinkt drastisch. Du lernst mit Stress bewusst umzugehen.

Noch mehr Vorteile: Du bist ein gutes Vorbild für Kinder. Du sparst tausende Euro. Du hast mehr Zeit für wichtige Dinge. Dein Geschmacks- und Geruchssinn normalisiert sich. Für Männer: Du bist potenter. Du schonst die Umwelt. Du bist frei und unabhängig.

Und noch mehr Vorteile: Du belohnst dich statt dich mehrmals täglich mit Gift zu bestrafen. Du bist überall willkommen. Du musst nie wieder nach Feuer fragen. Du wirst um deinen gesunden Lebensstil beneidet werden. Du kannst anderen dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören…

Ich bin mir sicher, dass dir noch viele weitere Vorteile einfallen!

Post image for Hart, aber fair: Du musst dein neues Nichtraucher-Image akzeptieren

Vor allem jene, die in ihrer Jugend aus Gründen der vermeintlichen Coolness mit dem Rauchen begonnen haben, werden sich auf dem Weg zu einem gesunden und rauchfreien Leben Gedanken darüber machen, wie das Umfeld auf den neuen Lebensstil reagiert.

Du kannst mit Sicherheit davon ausgehen, dass dein Sinneswandel Reaktionen hervorrufen wird. Manche werden neidisch oder gar missgünstig sein und sagen: “Das schaffst du doch sowieso nicht.”

Manche werden – beispielsweise im Büro – ihre (Raucher-)Pausen ohne dich verbringen wollen.

Du wirst eventuell auch noch krassere Sätze zu hören bekommen! Ich wurde übrigens von einem Bekannten bei unserer letzten Begegnung mit den Worten “Wie du rauchst nicht mehr? Du und die Zigarette gehören doch seit Jahren zusammen!” begrüßt.

So etwas kann schockierend sein, denn dein Sinneswandel, die Veränderung deines Lebensstils wird auch einen unvermeidbaren Imagewechsel nach sich ziehen!

Du solltest dich also schon jetzt darauf einstellen, dass du als Nichtraucher (man beachte dieses Unwort) in eine andere Schublade gesteckt wirst. Akzeptiere das.

Post image for Der größte Fehler beim Entzug: Zigarettenkonsum nicht reduzieren!

Die berühmte Idee vieler Raucher, quasi die Qualmerei unter Kontrolle zu bringen und erst einmal weniger zu rauchen, ist eine wahre Schnapsidee. Zwar schaffen viele Raucher die Hürde von 20 auf 15 Zigaretten, aber meist ist danach Schluss. Einige wenige schaffen sogar den Sprung von 15 auf 10 Kippen pro Tag und nur die eifrigsten kommen bis zu den magischen fünf Zigaretten, indem sie ihren Konsum reduzieren!

Ich garantiere dir zwei Dinge:

  1. Du wirst deinen Konsum reduzieren können
  2. Du wirst mit dieser Einstellung nicht aufhören können

Der Traum vom reduzierten Konsum wird unweigerlich platzen, weil du dich extrem einschränken musst, um weniger als die gewohnte Menge Zigaretten zu rauchen.

Du weißt jedoch (spätestens seit der Lektüre meines Buches), dass der Mensch sich nur ungern einschränken lässt – und glaube mir: Deine Abhängigkeit wird am Ende die Überhand gewinnen, spätestens dann, wenn du ein, zwei Bier trinkst oder einfach nicht mehr an dein Vorhaben denkst!

Außerdem noch eine Frage:

“Wie weit möchtest du den Konsum denn reduzieren? Erst 20, dann zehn, dann acht, dann fünf, dann drei und schließlich eine einzige Zigarette? Wie soll das funktionieren? Und vor allem: Wieso willst du nicht auf Null kommen?”

Post image for Tipp vom Nichtraucher: Analysiere deine Rauchgewohnheiten

Noch ein Tipp für diejenigen, denen es besonders schwer fällt, sich von der Zigarette zu trennen. Du wirst deinen Konsum, deine Abhängigkeit und letztlich auch dich selbst als Mensch besser verstehen, wenn du dich mit deinen Rauchgewohnheiten beschäftigst.

Man muss kein Psychoanalytiker sein, um beispielsweise zu erkennen, dass man immer dann raucht, wenn man gestresst zu sein scheint.

Oder du wirst bemerken, dass für dich Kaffee und Zigarette tatsächlich untrennbar miteinander verbunden sind.

Dann gibt es noch Situationen, in denen du aus Geselligkeit rauchst und viele weitere Rauchgewohnheiten, die sich in deinen normalen Tagesablauf eingeschlichen haben.

Um Herr über die Sucht zu werden, ist es unerlässlich, dass du dich mit ihr auseinandersetzt und sie verstehst.

Wenn du z.B. erst einmal langsam mit dem Nichtrauchen beginnen willst, kannst du überlegen, welche Rauchgewohnheiten schon jetzt unwichtig sind, sprich: In welchen Situationen könntest du schon jetzt auf die Zigarette verzichten?

Post image for Meine unverbindliche Empfehlung: Yogaübungen statt Zigaretten

Zu diesem Tipp eine kurze Anekdote: Als ich zwölf Jahre alt war, hat mir meine Mutter zum ersten Mal Yoga-Übungen gezeigt. Es handelte sich um die sogenannten Fünf Tibeter (http://www.oh-yoga.org oder http://fuenf-tibeter-yoga.blogspot.com) und ich habe die genannten Übungen knapp drei Jahre regelmäßig ausgeführt.

Danach kam eine Phase, in der ich mich nur für Computer und Lyrik interessiert habe – Natürlich hatte ich während meiner Pubertät weitestgehend keine Lust auf gesunde Dinge, sondern war viel unterwegs. Das kennt man ja.

Jedenfalls haben mich die Fünf Tibeter auch nach der frühen Pubertät wieder interessiert und ich begann, die simplen und eingängigen Übungen wieder auszuführen.

Der Grund, warum ich dir das erzähle, ist einfach: Immer dann, wenn ich die Fünf Tibeter ausgeübt habe, hatte ich keine Lust mehr auf Zigaretten.

Ich weiß natürlich nicht, ob das für dich ebenfalls gilt, aber einen Versuch ist es wert, oder nicht? Vor allem, wenn man bedenkt, dass Yoga (und aerober Sport allgemein) auch deiner Figur während der Zeit nach deiner letzten Zigarette auf die Sprünge helfen kann!